Das Taxischild als markantes Zeichen.

Taxigeschichten

Da ich seit über 20 Jahren Taxi fahre, habe ich so manche Fahrt gemacht und auch so einiges erlebt. Hier erscheinen regelmäßig Geschichten, die einen kleinen Einblick in die Arbeit einer Taxifahrerin zeigen. Außergewöhnliche Geschichten, sehr emotionale Erlebnisse, aber auch der ganz alltägliche Wahnsinn. Wenn eine neue Geschichte erscheint poste ich dies auf Facebook und Instagram. Aus Datenschutzgründen verzichte ich bewusst auf Namen und teilweise auf genauere Ortsbeschreibungen, wenn diese bestimmten Personen zuordenbar wären. 

Taxi als Lebensretter

Ich fahre nachmittags um 14 Uhr nach Greifswald um Medikamente in die dortige Klinik zu bringen. Inzwischen habe ich ein Erdgas Auto und bin froh, dass es eine kleine Zusatzdatei für mein Navi gibt, dort sind alle Erdgas Tankstellen gelistet und ich komme nach 9 Stunden bei der Klinik an. Alle sind froh, denn das Baby braucht die Medizin –  dringend.
Eine Woche später, es ist Samstag und ich will mit meiner Mutter in einem Restaurant noch etwas essen. Alkohol trinke ich sowieso nicht, also gibt es für mich nur Apfelsaftschorle. Das ist auch gut so wie sich später herausstellt. Wir haben gerade das Essen auf dem Tisch, als das Telefon klingelt und ich wieder mal einen Notdienst habe. Es geht wieder um das Kind, dem ich Medizin nach Greifswald gebracht habe. Ich soll noch heute Abend nach Bremen fahren, den Professor aus der Oper holen, mit ihm ins Krankenhaus in Bremen fahren, dort Medizin holen, die ich dann nach Rostock in die Uniklinik bringen soll. Vorher muss aber auch noch der Professor zurück in die Oper. Ich fahre also los, immer nach den Anweisungen des Navis. Um 21 Uhr bin ich in Bremen, ich bekomme die Medizin in gekühlten Beuteln mit und fahre weiter nach Rostock. Morgens um 3 Uhr bin ich in Rostock. Ich übergebe die Medikamente und darf das arme kranke Frühchen auch kurz sehen. Es ist sehr winzig und sehr krank. Ich fahre zu einem Hotel und übernachte dort, allerdings bin ich so überdreht, dass ich kaum schlafen kann. Auf dem Rückweg besuche ich einen Freund in Berlin und genehmige mir zwei freie Tage in der Hauptstadt. Später erfahre ich, dass das Kind überlebt hat, auch dank meiner Express-Fahrt. Die Firma schenkt mir einen riesigen Blumenstrauß auf der Weihnachtsfeier, zu der ich eingeladen werde.

Taxi nach Leipzig 

Ich stehe am Kaufhof und warte auf Kundschaft als ein Mann einsteigt. Er wolle nach Leipzig. Okay denke ich, er will zum Bahnhof. Nein, er möchte mit dem Taxi nach Leipzig. Auf dem Weg erfahre ich dann seine Geschichte. Er ist Albaner, sein Neffe ist aus dem Kosovo geflüchtet und mit LKW-Fahrern bis nach “irgendwo in der Nähe von Leipzig” gefahren. Das ganze hieße "Dreisen Viodras" und auf den Schildern würde Leipzig stehen. Nach anfänglichem Unwohlsein meinerseits, die ganze Sache ist mir etwas suspekt, überlegen wir, wo und was das sein kann. Mir fällt dann irgendwann ein, dass eigentlich nur Dresden Wilsdruff und die dortige Autobahnraststätte in Frage kommt. Dort bin ich vor einiger Zeit privat gewesen. Also rufe ich die Auskunft an und lasse mir die Nummer geben. Der Fahrgast hält mich solange mit Brötchen und Kaffee bei Kräften. Tatsächlich ist auf der Raststätte in Richtung Leipzig ein junger Mann, der sich immer wieder ein paar Mark zusammengebettelt hat. Damit hat er dann angerufen und seinem Onkel gesagt wo er ist. Wir finden ihn nach einiger Zeit und nehmen ihn mit zurück nach Heilbronn.

Kontakt

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